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Wer wir sind und warum wir das tun

Eine Initiative zur Bewahrung persönlicher Geschichten

neo-myth entstand aus einer einfachen Beobachtung: Die lebendigen Stimmen jener Generation, die Deutschland in seiner Teilung erlebte, drohen zu verstummen. Nicht in Archiven, sondern im kollektiven Bewusstsein.

Antike Bibliothek mit historischen Büchern

Bewahrung durch sorgfältige Kuratierung

Wie alles begann

Vor mehreren Jahren stießen wir auf ein Konvolut handgeschriebener Erinnerungen einer älteren Dame aus Leipzig. Sie hatte ihr Leben in der DDR festgehalten, ohne jemals die Absicht zu veröffentlichen. Ihre Kinder wussten nicht, was sie damit anfangen sollten. Diese Aufzeichnungen waren gleichzeitig intim und universell. Sie sprachen von einem Leben, das viele teilten, aber nur wenige so ehrlich dokumentierten.

Wir erkannten, dass es Hunderte, vielleicht Tausende solcher Aufzeichnungen geben musste. In Nachlässen, Schubladen, Kellern. Geschichten, die weder in Schulbüchern noch in großen Verlagen ihren Platz fanden, weil sie zu persönlich, zu spezifisch, zu alltäglich waren.

Unser Ansatz

Wir sind keine Historiker im akademischen Sinn. Wir verstehen uns als Kuratoren menschlicher Erinnerung. Jede Erzählung wird von uns gesichtet, thematisch eingeordnet und mit anderen Perspektiven in Dialog gesetzt. Wir ändern nichts am Originaltext, aber wir schaffen Zusammenhänge.

"Geschichte ist nicht das, was geschah, sondern was Menschen erinnern, wie sie erinnern und warum sie erinnern." — Leitprinzip unserer Arbeit

Unsere Kollektionen entstehen in monatelanger Arbeit. Wir lesen, vergleichen, ordnen. Manche Texte stammen aus privaten Archiven, andere wurden uns von Familien anvertraut. Wieder andere entstanden in Gesprächen mit Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen erstmals niederschrieben.

Arbeitsplatz mit Büchern und Notizen

Jede Kollektion entsteht durch intensive redaktionelle Arbeit

Was uns wichtig ist

Wir glorifizieren nicht. Wir dämonisieren nicht. Die DDR war für manche ein Gefängnis, für andere eine Heimat. Der Westen war Freiheit und Überforderung zugleich. Diese Widersprüche auszuhalten, ist der Kern unserer Arbeit.

Jede Stimme hat ihr Recht. Die des überzeugten Sozialisten ebenso wie die des politisch Verfolgten. Die der westdeutschen Aufsteigerin wie die des entwurzelten Übersiedlers. Nur im Nebeneinander dieser Perspektiven entsteht ein wahrhaftiges Bild.

Was wir nicht sind

Wir sind kein politischer Verein. Wir vertreten keine Ideologie. Wir sind auch kein wissenschaftliches Institut, auch wenn wir mit Sorgfalt arbeiten. Unser Ziel ist es, Zugang zu schaffen. Zu Geschichten, die sonst verloren gingen.

Ihre Rolle

Indem Sie eine unserer Kollektionen erwerben, tragen Sie dazu bei, diese Arbeit fortzusetzen. Wir können weitere Archive erschließen, weitere Zeitzeugen befragen, weitere Perspektiven zugänglich machen. Jede Bestellung ist ein Beitrag zur Erinnerungskultur.

Gleichzeitig laden wir Sie ein: Falls Sie selbst Erinnerungen an die Teilung haben oder kennen, die wir sichten dürfen, kontaktieren Sie uns. neo-myth lebt vom Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.